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Grüß
Gott, liebe Besucher und Gäste!
In unserer schönen Pfarrkirche St. Dionysius Neunkirchen heiße
ich Sie herzlich willkommen! Sie ist für Sie geöffnet und möchte
zu Ihnen sprechen. Öffnen Sie Augen und Herz und der Kirchenraum
beginnt zu erzählen. Er erzählt von unseren Vorfahren, die diese
Kirche erbaut haben. Er erzählt vom Glauben der früheren Generationen.
Für uns Christen ist unser Kirchengebäude ein kostbarer Schatz.
Nicht wegen seiner sicherlich ansprechenden Ausstattung, sondern
wegen seiner Möglichkeit in unnachahmlich intensiver Weise Gott
zu begegnen. Die Bilder und Texte dieses Kirchenführers mögen
Ihnen die Herrlichkeit Gottes und seine liebende Zuwendung zu
uns Menschen erahnen lassen.
Seit 1911 ist hier die Mitte unserer Pfarrgemeinde. Vielen Menschen
ist unsere Kirche zur geistlichen Heimat geworden und zum Zeichen,
dass Gott mitten unter uns wohnt und unser Leben begleitet. Immer
wieder haben sie hier Trost, Kraft und Freude, Lebensmut, Gemeinschaft
des Glaubens und Vergebung erfahren. Dafür danken wir Gott.
Unser Kirchengebäude ist ein Stück zu Stein gewordene Geschichte
und Symbolik. Ja mehr noch: Unsere Pfarrkirche ist als Gebäude
wie ein aufgeschlagenes Buch, eine Botschaft - Gott ist wirklich
der ICH-BIN-DA.
Nehmen Sie sich die Zeit den Gott, der sich selber als der ICH-BIN-DA
bezeichnet, hier - vielleicht wieder neu oder vertieft - zu entdecken,
auf die Spur zu kommen.
Unsere Kirche ist einladend und auffordernd: Nicht nur zu einem
Rundgang, sondern auch einmal persönlich und in der Stille zu
beten. Unsere Kirche ist der Mittelpunkt unserer Gemeinde: Hier
treffen wir uns Sonntag für Sonntag zur Feier der Eucharistie,
die "Quelle und Gipfel christlichen Lebens" ("Fons et culmen")
ist; hier dürfen wir in den Sakramenten in besonders dichter Weise
dem heiligen Gott begegnen, der uns entgegenkommt.
Armin J. Spießl, Pfarrer
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Ein
Blick auf die Geschichte der Pfarrei St. Dionysius
Im Jahr 2010 kann die Pfarrei St. Dionysius das 100-jährige Jubiläum
ihrer neuen Pfarrkirche feiern. Seit dem hohen Mittelalter ist
das Bestehen einer Pfarrei in Neunkirchen belegt, die aber noch
älter sein dürfte. Nach der päpstlichen Incorporations-Bestätigung,
die 1298 von Papst Bonifaz VIII. ausgestellt wurde, kam Neunkirchen
mit seinem gesamten Zehent aus allen Einkünften zum Kloster Waldsassen.
König Johann v. Böhmen bestätigte am 14. Febr. 1344 dem Kloster
Waldsassen diese alten Privilegien und gab dem Kloster vier Tage
darauf das Patronatsrecht in Neunkirchen und auf die Filiale in
Weiden.
Im Jahre 1542 wurde durch Otto Heinrich, Pfalzgraf v. Neuburg,
der auch Sulzbach besaß, der Protestantismus mit der Folge eingeführt,
dass die katholischen Geistlichen, die an ihrem Glauben festhielten,
verjagt und durch lutherische Prediger ersetzt wurden. Am 17.
Juli 1628 gebot Herzog Wolfgang Wilhelm seinen Untertanen die
Rückkehr zur röm.-kath. Kirche oder die Auswanderung. Mit dem
Kölner Vergleich vom 22. Februar 1652 zwischen dem katholischen
Philipp Wilhelm von Neuburg/Donau und dem reformierten Herzog
Christian August von Sulzbach wurde das Simultaneum auch in der
Herrschaft Sulzbach und somit auch in Neunkirchen eingeführt.
Es wurde vereinbart, dass beide Konfessionen im Herzogtum Sulzbach
Kirchen, Schulen und Spitäler simultan gebrauchen und verwalten
sollten. Seit 1653 besteht neben der Pfarrei St. Dionysius auch
eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, deren Simultaneum
ab dem Jahr 1663 seine Wirkung zeigte. Durch das Los erfolgte
in Neunkirchen 1653 die Aufteilung der vorhandenen Gebäude. Der
Pfarrhof (heute evangelisches Pfarrhaus) fiel den Katholiken zu,
die Protestanten erhielten das Schulhaus, an dessen Stelle heute
das evangelische Leichenhaus steht. Diese Regelung hatte dann
für rund 250 Jahre Bestand.
Ab 1653 wirkten dann Jesuiten in Neunkirchen, von 1663 bis 1671
Kapuziner. Aus den Unterlagen der Pfarrei wird ersichtlich, dass
der Kapuziner-Pater Kilian im August 1663 mit der Anlegung der
Pfarrmatrikel begann, in der von 1671 bis heute 30 katholische
Pfarrer in Neunkirchen namentlich belegt sind.
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Aus
der Baugeschichte der neuen Pfarrkirche
Nach der Beendigung des preußischen Kulturkampfes (1871 - 1887)
wuchsen die Bestrebungen, die Simultaneen aufzulösen und eigenständige
Pfarreien für Katholiken und Protestanten zu schaffen. Das führte
zu zahlreichen neuen Kirchenbauten, auch in der Oberpfalz. |
Über
Pfarrer Johann Baptist Posset, der im Jahr 1893 die Pfarrei übernahm,
schrieb sein Nachfolger Josef Mark: "Sein Hauptwerk, das ihm in
der Geschichte der Pfarrei Neunkirchen ein dauerhaftes, dankbares
Andenken sichert, ist die Lösung des Simultaneums und der Bau der
neuen, schönen katholischen Kirche 1910/1911 sowie die Anlage des
neuen kath. Friedhofs."
Zunächst entsprach der Seelsorger dem schon lange dringlich geäußerten
Wunsch der Katholiken von Mantel, die seit 1663 von Neunkirchen
betreut wurden, nach einem eigenen Pfarrer und einer eigenen Kirche.
1898 wurde die Expositur Mantel errichtet und die Marktkirche St.
Peter und Paul erbaut. Bereits ein Jahr später wird am 1. Oktober
1899 in Neunkirchen ein Kirchenbauverein gegründet. Eine erste Skizze
für die geplante Kirche wird am 11. Juli 1903 durch den Münchener
Architekten Johann Baptist Schott angeboten, nach dessen Plänen
bereits 1899/1901 die neoromanische Stadtpfarrkirche St. Josef in
Weiden errichtet worden war. |
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entstanden Pläne für ein neobarockes Gotteshaus, wie Schott es auch,
wenn auch in anderen Dimensionen, für die St. Anna - Basilika in
Altötting realisierte. |
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Nachdem
das Bischöfliche Ordinariat 1904 die Zustimmung zum Bau einer neuen
Kirche erteilt hatte, Pfarrer Posset und der Kirchenbauverein sich
mit großer Energie um die Finanzierung des Vorhabens kümmerten,
wurden die Verhandlungen über die Auflösung des Simultaneums geführt.
Der Auflösungsvertrag wurde am 30. Mai 1909 von der katholischen
und einen Tag später von der evangelischen Kirchenstiftung unterzeichnet.
Mit Schreiben vom 12. Juli 1912, also drei Jahre später, genehmigte
seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold des Königsreichs Bayern Verweser,
die Auflösung des Simultaneums. Notariell wurde der Vertrag am 12.
September 1912 abgesegnet. |
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Die
Baugenehmigung durch das königliche Bezirksamt in Neustadt an der
Waldnaab wurde am 19. April 1910 erteilt, der Baubeginn aber wegen
Unsicherheiten der Finanzierung untersagt. Vier Tage nach der Beauftragung
der Firma Lorenz Kubizek mit den Erd- und Mauerarbeiten am 12. Juni
1910 kam die Genehmigung zum Beginn und die Arbeit wurde unverzüglich
aufgenommen. Ein erster Höhepunkt war die Grundsteinlegung am 24.
Juli 1910. Inmitten der bereits zur Höhe von einigen Metern gediehenen
Mauern wurde ein prächtiger Altar errichtet und Stadtpfarrer Max
Söllner aus Weiden hielt die Festpredigt. Die Arbeiten an der neuen
Kirche gingen zügig voran. Ende November 1910 wurde das Richtfest
gefeiert, zu Weihnachten war der Rohbau eingedeckt und der Turm
bis zur Kuppel hochgezogen. Während der Wintermonate ruhte die Arbeit.
Nach Ostern 1911 wurde innerhalb von zwei Wochen die Kuppel auf
den Turm gesetzt und das Kirchendach neu umgedeckt. |
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Der
Umzug in die neue, wenn auch fast leere Kirche erfolgte am Sonntag,
den 8. Oktober 1911, einen Tag vor dem Fest des Hl. Dionysius, des
alten und neuen Kirchenpatrons. Superior Max Reger aus Straubing,
früher Pfarrer von Rothenstadt, nahm mit Vollmacht des Ordinariats
vom 12. September 1911 die Benediktion der Kirche vor und feierte
in einem levitierten Hochamt die erste hl. Messe in der neuen Kirche.
Die Reliquien für die Altäre wurden am 29. November 1911 von Weihbischof
Joh. B. Hierl in Regensburg geweiht.
Mit der Anfertigung der Inneneinrichtung wurde die Firma Ignaz Dippel
in Pressath beauftragt. Zum Weihnachtsfest wurde die Kommunionbank
geliefert, die beiden Beichtstühle folgten zu Ostern 1912. Bis Juni
1912 waren die zwei Seitenaltäre aufgestellt.
Am 24. April 1912 beginnt Dippel mit den Arbeiten |
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für den Hauptaltar, im August wird die Kanzel eingebaut und nachdem
der Architekt Schott die Detailzeichnungen angefertigt hat, kann
der Hochaltar Ende Februar 1913 fertiggestellt werden.
Die Kirchenbänke wurden am 5. Juli 1912 durch die Fa. Kellner
aus Rothenstadt geliefert, die Kirchenstühle fertigte Schreinermeister
Meier aus Latsch. Der Tabernakel kam im Oktober 1912.
Der 1899 gegründete Kirchenbauverein wurde am 1. Februar 1914
wieder aufgelöst.
Die Konsekration, also die eigentliche Weihe der Kirche, erfolgte
wegen des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden politischen
Verhältnisse erst am 1. Mai 1932 durch den Regensburger Bischof
Dr. Michael Buchberger.
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Renovierungen in den sechziger Jahren, 1984 und bis 1990
Das Zweite Vatikanische Konzil leitete eine Erneuerung des gesamten
Gottesdienstes der Kirche ein. So spricht das Vatikanum II von der
"tätigen Teilnahme aller Getauften (und Gefirmten)" am Gottesdienst.
Liturgie ist also Sache aller Getauften.
Auch der liturgische Raum und seine Ausstattung waren von der Erneuerung
mitbetroffen. Man hat in den folgenden Jahren der Durchführung der
Liturgiereform die gottesdienstlichen Räume den Erfordernissen einer
auf tätige Teilnahme angelegten Liturgie anzupassen versucht. |
Die
Kirche Jesu ist ein "geistiges Haus", aufgebaut aus lebendigen Steinen
(1 Petr 2,5). Von alters her haben Kirchenräume diese Wirklichkeit
zum Ausdruck gebracht. Sie dienten der Gemeinschaft der Kinder Gottes
als Raum zur Entfaltung, zur Begegnung mit Christus, zur Begegnung
miteinander. Damit kommt ihnen die Aufgabe zu, "heiligem Spiel"
(Romano Guardini) in Gott Raum zu geben: Raum, der immer wieder
neu und anders interpretiert, gefüllt, mit Leben erfüllt werden
will. Gott wohnt in seiner Gemeinde, die als lebendiger Bau durch
den "Schlussstein" Christus im Heiligen Geist zusammengehalten wird
(Eph 2, 11-22).
Auch unsere Pfarrkirche hat sich dieser Erneuerung gestellt. Im
Jahre 1965 wurden die Kinderbänke aus dem Presbyterium entfernt.
Nach dem Verkauf des alten Schulhauses durch die Kirchenstiftung
wurde der Erlös für die Kirchenrenovierung verwendet, die im Jahre
1968 durchgeführt wurde.
Während außen nur die schadhaften Stellen der Kirchenwände und des
Turmes ausgebessert und die Außenbeleuchtung installiert wurden,
unterzog man den kompletten Innenraum einer gründlichen Renovierung.
Im Zuge der Liturgiereform wurden die Kanzel und die Kommunionbank
entfernt, der Platz für den neuen - vorerst provisorischen - Volksaltar
angehoben. Eine Kirchenheizung wurde eingebaut. Die Kirchenuhr wurde
mit neuen Zifferblättern versehen und von der Fa. Rauscher (Regensburg)
elektrifiziert. Durch den Kirchenmaler Weber aus Amberg wurden alle
Altäre neu marmoriert und vergoldet. Zudem fertigte dieser auch
die Deckengemälde und tünchte den Innenraum der Kirche. Neben Elektro-
und Schreinerarbeiten und einer neuen Lautsprecher- und Blitzschutzanlage
wurden auch die Kirchenfenster neu eingesetzt. Volksaltar und Ambo
wurden vorerst als Provisorium aufgestellt. Das Kreuz mit der Schmerzensmutter
und einige Statuen erhielten einen neuen Platz in der Kirche bis
zum heutigen Tage.
1970 wurde der Bogen über dem alten Friedhofstor abgerissen, um
die Einfahrt u.a. für den Bestatter zu erleichtern. Der komplette
Kirchenvorplatz und die Zugänge zu den Seiteneingängen und Sakristei
wurden neu gestaltet. Die künstlerische Neugestaltung des Hauptportals
wurde von Max Fischer / Neustadt/WN durchgeführt. |
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Im
Oktober 1982 wurde abermals eine Außenrenovierung der Pfarrkirche
(Drainage um die Kirche, Kirchturm, Kirchendach, Dachstuhl ausbessern)
beschlossen, die zu Beginn des Jahres 1983 in Angriff genommen wurde.
Es folgten die Beleuchtung des Kirchturms und des vorderen Kirchendaches
mit vier Strahlern und die Außenbeleuchtung. Nach diesen Maßnahmen
machte man sich im Jahre 1984 an die Innenrenovierung der Pfarrkirche:
Der Innenraum wurde getüncht, die Altäre, Statuen und Deckengemälde
wurden gereinigt und ein neuer Fußboden wurde im Bereich der Kirchenstühle
eingebracht. Die Kirchenstühle wurden neu eingelassen und 1989 mit
gepolsterten Sitzauflagen versehen. Die Fa. Strässer, Stuttgart,
installierte eine neue Lautsprecheranlage, die Fa. Brandner & Haber,
Regensburg, reinigte und renovierte 1990 das Marienbild über dem
Hochltar. |
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Rundgang
durch die Kirche
Betritt
man das Gotteshaus durch den Haupteingang auf der Südseite, fällt
der Blick auf eine einschiffige Hallenkirche und die Altäre in der
Apsis im Norden. Den Mittelpunkt des Altarraumes bildet der Volksaltar,
ein Werk des Nabburger Bildhauers Paul Schinner, der seit 1985 das
hölzerne Provisorium ersetzt, das nach der Renovierung im Jahr 1968
aufgestellt wurde. Im Altarstein sind Reliquien des Diözesanpatrons
St. Wolfgang und der frühchristlichen Märtyrerin Jucundina eingelassen.
Die Konsekration erfolgte am 15. Dezember 1985 durch Diözesanbischof
Manfred Müller. |
Ergänzt
wird die Ausstattung des Altarraumes durch den Ambo (1986) und die
Sediliengruppe, die ebenfalls von Paul Schinner geschaffen wurden.
Die drei farbigen Glasfenster in der Apsis stellen Szenen aus dem
Leben und aus Legenden des Kirchenpatrons Dionysius dar, der auf
dem rechten Fenster zusammen mit seinen Gefährten Rusticus und Eleutherius
gezeigt wird. Die Entwürfe stammen von Helmut Münch, gefertigt und
eingebaut wurden die Fenster durch die Fa. Schwarzmayr, Regensburg.
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| Der
Hochaltar wurde 1912 nach Entwürfen von Johann Baptist Schott von
Schreinermeister Ignaz Dippel gefertigt. In seinem Zentrum über
dem Tabernakel dominiert eine Figur des Kirchenpatrons St. Dionysius.
Zu seiner Linken findet sich mit einer Leiter in der Hand der Bistumspatron
St. Emmeram und zur Rechten ist am Attribut der Kirche St. Wolfgang
als Diözesanpatron zu erkennen. |
| Gekrönt
wird der Hochaltar durch das Marienbild aus der alten Pfarrkirche.
Es handelt sich dabei um eine Kopie des Mariahilf-Bildes von Lukas
Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1671. Das Original befindet sich
im Innsbrucker Dom. |
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Die
beiden Engel mit dem Familienbild im Rokokorahmen über dem Eingang
zur Sakristei dürften ebenfalls aus der alten Kirchen stammen. |
| Weiter
finden sich im Presbyterium links über dem Chorgestühl die Figuren
der Heiligen Florian und Sebastian sowie drei kleinere Figuren,
die die Hl. Barbara und die Hl. Katharina darstellen. Sie rahmen
eine Christus-Figur an der Geißelsäule ein. |
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Der
Erbauer der Kirche, Pfarrer Johann Baptist Posset, ruht in einer
Gruft vor dem linken Chorgestühl.
Blickt man im Kirchenraum nach oben, erkennt man , dass die Ausmalungen
im Hauptschiff der Gottesmutter gewidmet sind. Im Zentrum befindet
sich die Krönung Mariens im Himmel. Die Vignetten an den Seiten
zeigen Motive, die der Lauretanischen Litanei entnommen sind. Maria
wird dort u. a. als geheimnisvolle Rose angerufen, als Pforte des
Himmels, als Königin der Bekenner, deren Attribute, die (Palm-)
Zweige, als Symbol für das Martyrium und den Sieg über den Tod als
himmlischer Lohn gesehen werden, und als Königin der Jungfrauen,
deren Symbol die Lilie ist. |
Unsere
Kirche ist Sinnbild:
Die
eigentliche Kirche aus lebendigen Steinen sind wir - alle Getauften
und Gefirmten. Das Jubiläumsjahr "100 Jahre Pfarrkirche St. Dionysius
Neunkirchen" (2010-2011) ist uns hierbei Auftrag und Anlass, dass
wir uns alle als lebendige Bausteine einfügen in den Leib Christ,
die Kirche. Jeder hat seinen Platz, an dem er gebraucht wird. Nur
alle zusammen sind wir Kirche! Pfarrgemeinde ist also nie abgeschlossen,
sondern muss sich ständig weiterentwickeln. "Die Liebe Christi drängt
uns", schreibt der hl. Paulus einmal (2 Kor 5,15). Das müsste das
Erkennungszeichen aller sein, die mit ihrer Taufe und ihrer Firmung
ernst machen. Wer offene Augen hat, wird erkennen, wo er seinen
Baustein in das Ganze einfügen kann. Wir sind Gott dankbar für das,
was in den verflossenen 100 Jahren mit seiner Hilfe in unserer Pfarrei
an Gutem geschaffen wurde und worauf wir heute dankbar zurückschauen
können.
Deshalb bedeutet uns die Kirche so viel, weil wir uns als "Volk
Gottes auf dem Weg" immer wieder eingeladen wissen in das Haus Gottes,
- um in Stille zu verweilen, zu schauen und zu staunen,
- um wie in einer Arche Schutz zu finden,
- um wie in einer Oase auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen,
- um niederzuknien, anzubeten und zu danken,
- um geistliche Heimat und Geborgenheit in Gott und in der Gemeinschaft
untereinander zu ..erfahren.
Deshalb bedeutet uns unsere Kirche sehr viel. Unsere Kirche ist
kein Museum, das Sie besichtigen, sondern heiliger Ort, an dem wir
uns mit Ehrfurcht bewegen. Unsere Kirche zeigt uns, dass der Himmel
offen ist wenn wir uns in ihr zum Lobpreis und zur Danksagung versammeln.
Der Dichter Reinhold Schneider hat es auf den Punkt gebracht: "Eine
Kirche versteht nur, wer in ihr niederkniet".
Nehmen Sie sich Zeit zur Stille, zum Nachdenken, zum Beten, zur
gemeinsamen Feier der Sakramente. Spüren Sie die Nähe Gottes! Christus,
unser Herr, ist gegenwärtig. Gottes Segen begleite Sie in unserer
Kirche und in Ihrem persönlichen Leben!
Armin J. Spießl, Pfarrer |
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